Ruggero Leoncavallo
Meffert Carl, Moreau Clément, Grafiker, Maler und Maltherapeut

1903-1988 geboren bei Koblenz am Rhein, gestorben in St. Gallen

Als erstes von drei unehelichen Kinder aus der Verbindung seiner Mutter Getrude Schmidt mit dem wilhelminischen Postbeamten Joseph Meffert geboren. Bei der Geburt des dritten Kindes 1919 starben Mutter und Kind. Carl kam mit 11 Jahren in Erziehungsanstalten der „Ehrwürdigen Brüder der christlichen Liebe“, wo hauptsächlich Arbeit auf den Feldern und den nahen Rüstungsfabriken angesagt waren. Mit 16 begann er eine Malerlehre, die er bald abbrach. Zeit des „Herumtreibens“ bis er, als 17jähriger, mit Hilfe seines Vaters verhaftet und zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Es sass gut 3 Jahre in Einzelhaft. Aufenthalte in Köln und Berlin, Freundschaft mit Heinrich Vogeler. 1924 Heirat mit Auguste Baizel, Geburt der Tochter Karen. 1930 nahm sich Auguste das Leben, die Tochter kam zu den Schwiegereltern Carls.  1931 und 1932 Aufenthalt bei Fritz Jordi in Fontana Martina, wo er die Halbmonatsschrift „Fontana Martina“ mit politisch motivierten Grafiken illustrierte. Im „vollständigen Faksimile-Druck der von Fritz Jordi und Heinrich Vogeler 1931/32 in Ronco s/Ascona herausgegebenen Halbmonatsschrift ‚Fontana Martina’“ von 1981 berichtete Carl Meffert in einem Interview von seiner Tessiner-Zeit. Von 1933 bis 1935 lebte er als illegaler politischer Emigrant in Zürich, wo er seine zweite Frau, die Antifaschistin Nelly Guggenbühl, kennen lernte. Dort legte er sich seinen neuen Namen Clément Moreau zu. Freundschaft mit Eugen Früh und Iganzio Silone. Im „Der öffentliche Dienst“, Nr. 32, dem Organ des Verbands des Personals öffentlicher Dienste, VPOD, erschien im August 1934 Moreaus Schnitt „Erich Mühsam zum Gedächtnis“, nachdem dieser im Konzentrationslager Oranienburg von Angehörigen einer SS-Einheit ermordet wurde. 1935 Ausreise mit einem Ausweis für Staatenlose nach Argentinien, seine Frau folgte nach. 1936 Geburt einer Tochter, 1939 eines Sohnes. Moreaus Arbeiten wurden von den argentinischen Behörden zensuriert, er und seine Familie schikaniert. 1962, anlässlich der Machtübernahme durch die argentinischen Militärs, reiste die Familie in die Schweiz zurück. Moreau arbeitete als Theatermaler und Maltherapeut in Zürich und als Lehrer an der Schule für Gestaltung in St. Gallen. 1975 Neuausgabe seiner Zeichnungen  zu Texten von Adolf Hitler unter dem Titel „Mein Kampf“ mit einem Vorwort von Max Frisch. Unter dem Titel „Nichts Menschliches ist mir fremd. Das Leben von Nelly Meffert-Guggenbühl“ erschien im Appenzeller Verlag eine von Bernhard Brack-Zahner verfasste Biografie über Carls Frau, die 1999 im Alter von 95 Jahren starb. ISBN 978-3-85882-365-6. Stiftung Clément Moreau, Zürich: www.clement-moreau.ch