Mix und Ernesto Musfeld-Menn, 1950
Mix und Ernesto Musfeld-Menn, 1950
Ernst Max Musfeld, Maler und Grafiker

1900-1964, geboren in Basel, gestorben in Mendrisio

Nach einer Schlosserlehre in Basel, Tätigkeit als Heizer und Maschinist bei der Rheinschifffahrt. Anschliessend Besuch der Gewerbeschule Basel. Tätigkeit als Künstler. Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien. 1926 Umzug nach Besazio, einer Gemeinde des Mendrisiotto, an der Grenze zu Italien gelegen. Mitgründer der Künstlervereinigung „Gruppe 33“. Die Gruppe 33 war ein antifaschistischer Zusammenschluss von Basler Künstlern. Sie wurde 1933 als Protest gegen konservative Tendenzen in der Schweizer Künstler- und Architektenszene gegründet und leistete einen wichtigen Beitrag zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Musfeld lebte mit seiner Frau Maria, geborene Menn, in bescheidenen Verhältnissen. Er malte hauptsächlich Öl- und Aquarellgemälde, Landschaftsbilder und Portraits. Er war Vater von drei Töchtern (Hanna, 1926, Silvia und Maria Catja, 1930). Sein Grab, geziert mit einem schlichten Holzkreuz auf dem sein Name kaum noch zu lesen ist, befindet sich auf dem Friedhof von Besazio. Sein Familienarchiv befindet sich im Staatsarchiv Basel-Stadt.
„Grossvater Jakob Gaudenz Menn, der mit ins Tessin gezogen war, bezog als pensionierter Zollbeamter eine kleine Rente. Davon lebte die ganze Familie. Als Menn 1935 starb, wurden die finanziellen Verhältnisse für die Künstlerfamilie trotz Selbstversorgung aus eigenem Gemüsegarten und Rebberg prekär. C. F. Vaucher bemerkte dazu: „Was der Tessin hervorbringt, wächst in seinem Garten. Er spatet sein Land und setzt und jätet. Er hat die grössten cipolle in der Umgegend, und wenn man bei ihm zu Gaste ist, setzt er einen seinen Wein vor, den er selbst gewinzert hat.“ Es wurden auch Kaninchen und Hühner, während des Krieges gar eine Ziege gehalten. Musfeld sammelte Beeren und Pilze, um sie in der Umgebung zum Kauf anzubieten; Mix [Maria] halt im Dorf mit Kochen und Putzen aus. Hin und wieder traf ein Fresspäcklein aus Basel ein von einem der zahlreichen Gewschwister. Auch aus der Kasse der „Gruppe 33“ kam ab und zu ein kleiner Zustupf. Trotzdem soll es vorgekommen sein, dass Musfeld in Ermangelung von Holz die Rebstecken verbrennen musste. Wie der Bäcker einmal längere Zeit nicht mehr bezahlt werden konnte, waren sie sogar gezwungen, ein kleines Stück Land zu verkaufen.“ Aus „Gruppe 33“ von Yvonne Höfliger-Griesser.