Ruggero Leoncavallo
Carl Hermann Max Nettlau, Sprachforscher und Historiker

1865-1944, geboren in Wien, gestorben in Amsterdam

Sohn eines von Ostpreussen nach Österreich ausgewanderten Ehepaars, sein Vater war in Wien fürstlicher Hofgärtner. Privatschule in Wien, Abitur, Studium der keltischen Sprache und Literatur in Berlin und Leipzig. Frühe Kontakte zu Sozialismus und Anarchismus. Sein Vater vermachte ihm per Erbschaft 1892 so viel Geld, dass Nettlau sich seinem Lebenswerk widmen konnte, der Darstellung des Anarchismus und seiner Vertreter. Sein Hauptwerk ist bis heute nicht erschienen. Er schrieb Biografien unter anderem über Michail Bakunin und Errrico Maltesta. Nettlau hielt sich immer wieder auf dem Monte Verità auf und hatte dort Kontakte mit Ernst Frick, Margarethe Hardegger, Gustav Landauer, Bernhard Mayer und weiteren. Mayer war Nettlau bei der Rettung seiner Schriften vor dem Naziregime behilflich, sie wurden zwischen 1930 und 1932 nach Ascona transportiert und von dort aus ans „International Institute of Social Histrory“ in Amsterdam.