Ruggero Leoncavallo
Orelli Giorgio,Schiftsteller, Literaturkritiker

1921-2013, geboren in Airolo, gestorben in Ravecchia, Bellinzona

Sohn des Mario, Bürger von Bedretto und Gemeindeschreiber, und der Maria, geborene Gendotti von Prato Leventina. Er studierte an der Universität Fribourg romanische Philologie und war anschliessend als Dozent der italienischen Literatur an der Kantonalen Handelshochschule in Bellinzona tätig, bis ins Jahr 1986, als er als 65Jähriger in Pension ging. Erste Gedichte entstanden während des Zweiten Weltkriegs. Neben Gedichten schrieb er Prosa und Essays, ein grosser Teil seines Werkes wurde ins Deutsche übersetzt. Giorgio Orelli galt als einer der wichtigsten italienischsprechenden Poeten der Nachkriegszeit. 1988 erhielt er nach vielen Ehrungen in der Schweiz und in Italien auch die damals höchste Schweizer Literaturauszeichnung, den Grossen Schillerpreis. Er starb im Alter von 92 Jahren. In ihrem Nachruf schrieb Maike Albath in der Neuen Zürcher Zeitung vom 11. November 2013: “Ein grosser Dichter war der 1921 im Tessin geborene Giorgio Orelli. Seine Lyrik reiht sich ein in die italienische Tradition. Aber auch als Übersetzer, zum Beispiel von Goethe, hat er sich Geltung erworben.” Giorgio Orelli war verheiratet mit Miriam, geborene De Angeli. Er war der Couisin des Romanciers und Lyrikers Giovanni Orelli, der 2016 seine letzte Ruhestätte in Villa Bedretto gefunden hat. Giorgio Orellis letztes Buch Ein Tag unseres Lebens ist im Frühling 2013 im Limmat-Verlag, Zürich, erschienen. Das Grab von Giorgio Orelli befindet sich auf dem Friedhof von Prato Leventina, dem Heimatort seiner Mutter.