Ruggero Leoncavallo
Gustav Regler, Schriftsteller, Journalist

1898-1963, geboren in Merzig, Deutschland, gestorben in New Dehli/Indien

Sohn eines Buchhändlers. Dienst als Soldat im Ersten Weltkrieg. Anschliessend Tätigkeit in Berlin, Journalist in Nürnberg. Als Gegner der Nazis  trat Regler 1929 der KPD bei. Der Kampf gegen den Faschismus wurde das entscheidende Motiv von Reglers schriftstellerischen Tätigkeiten und seiner Aktivitäten in den 30er Jahren. Bereits seit November 1934 stand Regler auf der Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches. Er engagierte sich für den Status quo gegen Hitler im Saargebiet. Nach dem Abstimmungsergebnis musste er auch von dort endgültig ins Exil fliehen. Seine Lebenspartnerin Marie Luise (Mieke) Vogeler entschloss sich, ihm nach Paris zu folgen und an all die vielen weiteren Stationen, die dann folgten bis schließlich Mexiko 1940 ihre zweite Heimat wurde, wo sie, an Krebs erkrankt, 1945 starb.
Die alternative Kunstkolonie von Fritz Jordi in Fontana Martina beeinflusste Gustav Regler stark; hier war er 1929 erneut auf Heinrich Vogeler getroffen, den Vater seiner Partnerin. 1936 schloss sich Regler als Freiwilliger den Internationalen Brigaden zur Verteidigung der Spanischen Republik an, allerdings war er bald kampfunfähig durch eine schwere Verletzung. Er lernte dort Ernest Hemingway kennen, der ihn später nach Key West einlud und unterstützte. Auch des Hitler-Stalin-Paktes wegen brach  Regler  mit dem Kommunismus. 1949 kehrte Regler nach Europa zurück und lebte an verschiedenen Orten (Paris, Rom, London), zeitweise auch wieder in Mexiko. 1958 schrieb er seinen autobiographischen Bericht "Das Ohr des Malchus", der auf internationale Resonanz stiess. Zu Reglers Weggefährten zählten Oskar Maria Graf, Rainer Maria Rilke, Klaus Mann und Ernst Toller. Regler verstarb auf einer Indien-Reise, sein Grab befindet sich in Merzig. 

Seine Nichte, Frau Annemay Regler-Repplinger vom Gustav-Regler-Archiv in Merzig: "Lokalkolorit ist natürlich angesagt: Gustav Regler hat in Fontana Martina eine Bergnovelle geschrieben, Mieke und er haben sich ein Zimmer in der Kolonie taubenblau angestrichen, sie hat Wegstationen dort bemalt, er grüsste aus dem "Rabennest" und war angetan von allem, aber das ging nicht soweit, dass er sonstige körperliche Arbeit wie ackern, maurern etc. mitgeleistet hätte. Ursula Dehmel kannte er auch gut durch das Berliner Büro, Charlotte Bara hat er einen schwärmerischen Brief geschrieben, nackisch ist er auch rumgelaufen etc.". Detaillierte Informationen zu Leben und Werk von Gustav Regler siehe bei: http://www.regler.name/Gustav-Regler.htm. Auf der Abbildung ist Gustav Regler mit Mieke Vogeler zu sehen.