Ruggero Leoncavallo
Erich Maria Remarque, Schriftsteller

1898-1970, geboren in Osnabrück, gestorben in Locarno

Sohn des Buchbinders Peter Franz Remark und Anna, geborene Stallknecht. Besuch des katholischen Lehrerseminars. 1916 Notexamen und Einzug an die Westfront. Mehrere Kriegsverletzungen. Danach Tätigkeit als Volksschullehrer. Er nannte sich ab 1924 "Erich Maria Remarque". 1928 wurde er mit seinem Roman "Im Westen nichts Neues" auf einen Schlag weltberühmt und reich. Der "Entdecker" des Romans war der Lektor Max Krell. 1932 Emigration in die Schweiz, er nimmt ständigen Wohnsitz in seiner „Casa Monte Tabor“ an der Seestrasse in Porto Ronco, einem Dorfteil von Ronco s/Ascona. Gleich hinter dem Haus erhebt sich ein markanter kleiner Hügel, der seines Aussehens wegen nach dem Berg Tabor, der sich aus der Jesreelebene in Nordisrael erhebt, benannt wurde; letzterer wird im Alten und Neuen Testament als „Berg der Verkündung“ erwähnt. 1933 wurden Remarques Bücher von den Nazis verbrannt, mit der Begründung: "literarischer Verrat am Soldaten des Weltkriegs". 1938 Aberkennung der Deutschen Staatsbürgerschaft. 1939 Emigration in die USA. Mehrjährige Beziehung zur deutschen Filmschauspielerin Marlene Dietrich, Affären mit Greta Garbo, Sandra Rambeau und anderen Frauen. Ab 1948 lebte er wieder in der "Casa Monte Tabor". Remarque "pendelte" oft zwischen Beverly Hills, Rom, anderen Destinationen und Porto Ronco. Remarque war in der umliegenden Gastronomiebetrieben ein oft und gern gesehener Gast, er verkehrte im "Grand Hotel Brissago", in den Gasthäusern von Ronco und den Bars von Ascona, dort vor allem im "Ristorante Verbano". Jakob Flach schrieb: „Wenn Remarque auftauchte, waren nur noch wenige Schritte zu einem Volks-, Tanz- und Taumelfest“. Wolfgang Oppenheimer schrieb, man musste, um Remarque gut kennenzulernen, ein Nachtmensch sein. Remarque war Alkoholiker, starker Raucher und neigte zu Depressionen; in einem Brief an Emil Ludwig schrieb er 1931: „Ich lebe seit zwei Jahren in schweren Depressionen und Verzweiflungsanfällen, ich flüchte vor den Menschen, vor mir selbst und vor dem Leben - ich möchte etwas Geschlossenes, Klares, Positives werden, aber es ist schwer und manchmal glaube ich, es sei zu spät.“ Emil Ludwig schrieb über Remarque: „Die Leute, die ihn teils beneiden, teils verleumden, kennen ihn nicht auf dem Lande, und doch habe ich ihn hier, als meinen Nachbarn am Lago Maggiore, am anmutigsten und auch glücklich gefunden. In Hollywood dagegen habe ich ihn nur so zerstreut wie die anderen leben sehen, und mit steigenden Jahren vergräbt er sich nur immer mehr in seine Einsamkeit, auch wenn sie beständig von Frauen und Cocktails belebt ist.“ Remarque war befreundet mit den Galeristen,  Buchhändlern und Schreibenden rund um Ascona, so mit Victoria Wolff, dem Antiquator Wladimir Rosenbaum und Leo Kok, dem Inhaber der „Libreria della Rondine“ und dem Künstler-Architekten Carlo Weidemeyer. Auch Angelo Conti Rossini weiss in „Mein Buch“ eine Episode mit einer Cognacflasche und Remarque zu berichten. Remarque stand auch in Kontakt mit seinen „Tessiner“ Berufskollegen wie Hermann Hesse und Erich Kästner. Remarque war in erster und zweiter Ehe verheiratet mit der Tänzerin Jutta Ilse Zambona (1925-1930 und 1938-1957), in dritter Ehe, ab 1958, mit der amerikanischen Schauspielerin Paulette Goddard - sie war früher mit Charlie Chaplin verheiratet. In seinem Grab in Ronco s/Ascona ist seine dritte Frau und deren Mutter begraben. "Wenn man die Dinge lange genug ansieht, antworten sie. Wir brauchen Zeit zur Entspannung. Wenn man mit der geballten Faust dasteht, kann man nicht erwarten, dass einem etwas in die Hand fällt." Erich Maria Remarque. www.remarque.de
Hier einige Abbildungen aus den "Glamour-Zeitschriften" der 60er Jahre: