Ruggero Leoncavallo
Hans Richter
Hans Richter, Maler, Filmemacher und Schriftsteller

1888-1976, geboren in Berlin, gestorben in Minusio

Eigentlich Johannes Siegfried "Hans" Richter. In Berlin als ältestes von sechs Kindern geboren und aufgewachsen, Sohn des Moritz und der Ida Gabriele, geborene Rothschild. Erste grafische Arbeiten mit 14 Jahren. Studium der Künste an den Akademien Berlin und Weimar. Er kam 1916 als Kriegsverwundeter in die Schweiz, nach Zürich, wo er Bekannschaft mit Marcel JancoTristan Tzara den Arps und den Balls machte und den Dadaismus mitdefinierte. Verschiedene Bekanntschaften auch in Ascona, unter anderem mit den Golls. Mit Claira Goll soll ihn eine „intime Freundschaft“ verbunden haben. 1921 schuf er seinen ersten abstrakten Film, "Rhythmus 21". 1933 verwüsteten die Nazis sein Atelier in Berlin, seine Werke wurden konfisziert oder zerstört, seine Kunst als "entartet" deklariert und er selbst als "Kulturbolschewist" diffamiert – Richter wurde die deutsche Staatsbürgerschaft entzogen. Er emigrierte über die Niederlande und die Schweiz. 1938 arbeitete er mit Georges Méliès an einem Mühlhausen-Filmprojekt in Basel, wo er auch einige Kurzfilme realisierte, bevor ihn die Eidgenössische Fremdenpolizei zwang, das Land zu verlassen. 1940 zog Richter nach New York. Lehrtätigkeit, Leitung eines Filmstudios. In den 60er Jahren nahm er die Malerei wieder auf. Er lebte seit 1958 in Ascona ab 1965 in Locarno. 1964 schrieb er "Dada - Kunst und Antikunst". Richter war mit der deutschen Fotografin Ré Soupault verheiratet. Er zählt zu den Pionieren des abstrakten Films in Deutschland. 

Das Centre Pompidou-Metz zeigte von September 2013 bis Februar 2014 die Ausstellung "Hans Richter. Eine Reise durch das Jahrhundert", unten ein Auszug aus dem Prospekt: