Ruggero Leoncavallo
Joachim Ringelnatz, Kabarettist, Maler und Dichter

1883-1953, geboren in Wurzen bei Leipzig, gestorben in Berlin

Eigentlich Hans Bötticher. Sohn des Jugendschriftstellers Georg Bötticher. Er heuerte 1910 als Schiffsjunge und Matrose bei der Marine an. 1906 Abschluss einer kaufmännischen Lehre in Hamburg. Danach Angestellter eines Reisebüros in München. Ringelnatz frequentierte das Künstlerlokal „Simplicissimus“, wo er skurrile Verse rezitierte. Er tat im Ersten Weltkrieg Dienst bei der Marine. Ab 1919 nannte er sich, in Anlehnung an den seemännischen Namen für das Glück bringende Seepferdchen Ringelnatz. 1920 Heirat mit seiner 15 Jahre jüngeren Leonharda Pieper. 1910 bis 1934 produzierte er fast 20 Bücher, Gedichtbände, zwei Autobiografien, Romane, Bühnenstücke und Kinderbücher. 1933 belegten ihn die Nationalsozialisten mit einem Auftrittsverbot, seine Gemälde wurden als „entartet“ bezeichnet, seine Bücher wurden verbrannt. Ringelnatz war mit Max Ackermann befreundet. Sein Name figuriert im Gästebuch des „Grand Hotel Brissago“. Ringelnatz starb verarmt an einer lange verschleppten Lungenkrankheit. www.ringelnatz.net