Werner Rings, Schriftsteller und Journalist

1910-1998, geboren in Offenbach a.M., gestorben in Ascona

Rings studierte Philosophie, Musikwissenschaft und Soziologie in Berlin und Freiburg i. Br. und Journalismus in Heidelberg. 1933 emigrierte er nach Spanien, von 1939-1942 lebte er in Frankreich und floh schliesslich 1942 in die Schweiz. Tätigkeit als freier Journalist. 1965-1973 Autor, Regisseur und Produzent zeitgeschichtlicher Sendungen beim Schweizer Fernsehen. Er verfasste das Buch "Schweiz im Krieg, 1933-1945", 1974 im Ex Libris Verlag erscienen. Rings verlebte seinen Lebensabend in Ascona, wo er auch starb.
Auszug aus Betty Knobels Buch "Im Lande der Kamelien": "Werner Rings war 1942 in die Schweiz gekommen, zuerst in ein Lager. Einen gewährten Urlaub hatte er dazu benutzt, einen Spaziergang hinauf zu Jordis Fontana Martina oberhalb Ronco sopra Ascona zu unternehmen. Fast ein Jahr lang haben Werner Rings und seine Frau nach der Entlassung aus dem Lager oben in Fontana Martina in einer einfachsten Stalla gewohnt, zu welcher sieben Terrassen Gelände gehörten, die vom Ehepaar Rings beackert und bepflanzt worden sind. Es war dies im Jahre 1944. „Es war kalt“, ergänzt Frau Rings, „das Leben war einfach und schmal. Das Essgeschirr musste im nahen Bach gewaschen werden.“ Es wurde ein Mietzins von monatlich fünfzehn Franken bezahlt. 
Im Jahre 1947 wohnten Werner Rings und seine Frau in der Frazione Porta oberhalb von Brissago in zwei Zimmern eines alten Tessinerhauses. Während eines ganzen Jahres arbeitete der Schriftsteller von dort aus für die amerikanischen Wochenzeiten Time und Life und später als Sonderkorrespondent für die Schweizer Illustrierte. Sowohl 1947 als 1948 versah Werner Rings das Amt eines Pressechefs des Filmfestivals Locarno, bei welcher Gelegenheit ich ihm als abgesandte Journalistin der damaligen Neuen Bündner Zeitung zum ersten Mal begegnete. In den beiden folgenden Jahren betreute Werner Rings in ähnlichem Sinne die Settimae musicali di Ascona."