Willy Roelli, Maler, Fotograf, Autor und Filmemacher

"Ferien-Journal" Nr. 15, vom 24. September 1955, Asconeser-Künstler, Willi Roelli: "Seltsam sind oft die Wege, die die typischen „Asconeser“ an den Strand des Lago Maggiore geworfen haben. Willi Roelli ist in den Dschungeln Manilas gross geworden. Aus seinem Äusseren und aus der Art seiner Bewegungen spricht uns etwas Exotisches an. Er kam, mit einem grossen Rucksack bewaffnet, an dem als malerisches Gepäck eine Fechtmaske baumelte, nach Ascona und wollte gemeinsam mit einem Freund drei Tage Ferien machen. Er studierte damals an der Kunstgewerbschule in Zürich und wollte eigentlich Grafiker werden.
Ascona aber hatte ihn in seinen Bann gezogen. Er kehrte mit einer Leica bewaffnet vor dem Krieg nach Ascona zurück. Von Kindheit an, hat Willy gezeichnet und so fing auch er hier in Ascona zu zeichnen an. Bald gesellte er sich zu der Künstlergruppe, die sich im Krieg um den inzwischen verstorbenen, genial veranlagt gewesenen Maler Robert Schürch scharte. Schürch beobachtete einmal Roelli beim Zeichnen und riet ihm, sich ganz und gar aufs Zeichnen zu konzentrieren. Ab 1941 fing Roelli an, sich intensiv mit Zeichnen zu befassen, doch er wagte es noch nicht, mit Pinsel und Farbe zu hantieren. Ein Zufall drückte ihm den Farbkasten in die Hand. Carlo Sulzer, der in früheren Jahren Malerei als Hobby betrieb, hatte den Pinsel gegen das Steuer seines Flugzeuges eingetauscht. Er schenkte seinen schönen Malkasten Willy, der nun zu malen begann. Angeregt durch Remo Rossi, stellte er schon sehr bald in Genf anlässlich einer Sammelausstellung von Tessiner Künstler aus. Schon seine ersten Arbeiten fielen durch eine ganz besondere Nuance auf. Roelli liebt nicht poetische Landschaft oder liebliche Motive. Er sucht die Vorstadt, den Menschen auf der Strasse. Er malt am Rande der Grosstadt und überall dort, wo sich der Kampf und die Trostlosigkeit des alltäglichen Lebens abzuspielen pflegt. Seine Palette kennt nicht die leuchtenden Farben, bei ihm lebt alles in einem zarten Grau oder Braun, das aber wieder durch die Farbsetzung farbig wird. Seine Vorstadtstrassen scheinen in die Unendlichkeit zu führen. In seinen Bildnissen finden wir etwas von den Problemen des Dargestellten enthalten. Ein reizendes Kinderbuch, die Gesichte von „Mau der Katzenkönig“ wurde von Willy Roelli mit Phantasie und viel Grazie illustriert. Es erschien im Buchclub Ex Libris Zürich. Da das Buch in Aegypten spielt, konnte Roelli in der Konzeption der Illustrationen seine Jugenderinnerungen an die Philippinen auf Aegypten übertragen. Dieses Buch mit seinen 45 Illustrationen dürfte allen Tier- und besonders Katzenfreunden, ganz gleich ob gross oder klein, viel Freude bereiten. Ascona ist Willy Roelli zu laut und zu modern geworden. Er hat sich in die Stille eines alten Tessiner Hauses im Pedemonte zurückgezogen. In seinen Mussestunden geht er fischen. So manche Forelle hatte er in früheren Jahren aus der Melezza geholt. Heute aber grollt Willy, denn durch die Wasserregulierung des Maggiawerkes haben sich die Fische zurückgezogen und sich andere Wohnstätten gesucht. Wie auf dem Fischerboot ist Willy Roelli auch auf dem Motorrad zuhause und alles interessiert ihn, was mit Maschinen und mit Bastelei zusammen hängt. Roelli gehört zu denen, die von Zeit zu Zeit die Wanderlust treibt. Dann zieht es ihn über die Grenze hinaus, Venedig im fahlen Winterlicht lockt ihn immer wieder aufs Neue. Seine venezianischen Bilder beweisen, wie Roelli sich zu wandeln vermag. Hier kann sich seine Palette nicht gegen die Kraft der Farben sträuben, die sich auch durch die leichten Winterschatten immer wieder an die Oberfläche drängen."

„Prior to the lectures on Sunday morning we presented a new film, “Eranos Reborn”, which shows some of the highlights of Eranos’s prestigious past as well as of its resumed, current activities. The film is partly based on another film, Eranos 1951, directed by Willy Roelli and scripted by his wife, Ximena de Angulo-Roelli. It was a real pleasure and honour to have Ximena present at our Sunday Tagung.“ Letter from the Board of the Eranos Foundation by its Chairman, John van Praag, June 2007.

1960 erschien Roellis Buch „Das Bild des Volkes bei Gottfried Keller“ bei P.G. Keller, Winterthur.