Scarpi N. O.

 


N. O. Scarpi, Schriftsteller und Regisseur

1988-1980, geboren in Prag, gestorben in Zürich

Eigentlich Friedrich Bondy, Sohn jüdischer Eltern, des Filippo und der Carlotta, geborene Bruel. Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs Scarpi bei seinem Stiefvater Heinrich Teweles auf (1856-1927, Schriftsteller, Dramaturg und Chefredaktor des Prager Tagblatts). Nachdem er von ab 1908 als Bankangestellter arbeitete, war Scarpi von 1912-1918 als Regisseur am Neuen Deutschen Theater in Prag sowie in Berlin und Hamburg tätig. Um 1915 nahm er Wohnsitz in Davos, wo er mit seiner kranken Frau Margit, geborene Breuer, und Sohn François im Lungensanatorium lebte. Nach dem Tod der Frau wohnte er an verschiedenen Orten, von 1926 bis 1931 in Viganello bei Lugano, ab 1940 in Zürich, wo er sich bis zu seinem Tod aufhielt. 1931 erlangte er die Schweizer Staatsbürgerschaft. Seine zweite Frau hiess Yvonne Walter. Scarpi arbeitete unter anderem für „Radio Beromünster“ und den „Nebelspalter“, er verfasste Anekdoten und übersetzte mehr als 150 englische und französische Romane und Erzählungen. Sein Pseudonym Scarpi hat den Ursprung im Flurnamen Scarpino bei Viganello; Scarpino hiess auch eine Haltestelle der Ferrovia Lugano-Cadro-Dino, LCD, die von 1911 bis 1970 in Betrieb war.