Ruggero Leoncavallo
Carl Spitteler, Dichter und Schriftsteller

1845-1924, geboren in Liestal, gestorben in Luzern

Sohn einer aus bäuerlichen Verhältnissen stammenden Richter- und Landschreiberfamilie. Ausbildung am Humanistischen Gymnasium in Basel. Obwohl er sich als Atheist bezeichnete, studierte er in Zürich und Heidelberg evangelische Theologie. 1879 war er in Russland als Hauslehrer tätig. Nach seiner Rückkehr lehrte er in Bern. Spitteler wandte sich 1880 dem Journalismus und der Literatur zu. 1890-1892 Tätigkeit als Leiter des Feuilletons bei der Neuen Zürcher Zeitung. Ab 1893, nachdem seiner Frau Maria Op den Hooff nach dem Tod deren Eltern ein grosses Vermögen zufiel, freier Schriftsteller in Luzern. Im Auftrag der Gotthardbahn veröffentlichte Carl Spittleler 1897 einen Reiseführer zur neuen Bahnstrecke und wurde damit zum Botschafter des aufkommenden Tourismus in die Südschweiz. Textproben: „Übrigens verspürt man, bei aller Bewunderung der Kehrtunnels, doch ordentlich etwas wie Erholung, wenn man nach diesen qualmenden Labyrinthen endlich wieder einmal in einen braven, ehrlichen geraden Tunnel einläuft.“, „Da sich indessen die erhabenste Tunnelnacht in nichts von einer gemeinen Kellernacht unterscheidet, so fällt die Spannung mangels Nahrung sehr bald ab. Man möchte sich etwas denken, fühlt sich sogar in Anbetracht der bedeutenden Gegenwart dazu verpflichtet, weiss jedoch nicht so recht was, um so weniger, als das höllische Kreischen des Gesteins alle zarteren Gedankenfäden zerreisst.“  Spitteler schrieb in der Folge mythologische Epen, deren Handlungen er modern umdeutete. Bekanntschaft mit dem Maler Cuno Amiet. 1919 erhielt er für seinen „olympischen Frühling“ als erster Schweizer den Nobelpreis für Literatur. www.carl-spitteler.ch