Ruggero Leoncavallo
Harald Szeemann, Kunst-Kurator

1933-2005, geboren in Bern, gestorben in Tegna

Studien der Kunstgeschichte, Archäologie und Journalistik in Bern und Paris. Tätigkeiten als Schauspieler, Bühnenbildner, Maler und Ein-Mann-Theater. Ausstellungsmacher seit 1957. Gilt als der Erfinder moderner Grossausstellungen.  Er setzte sich leidenschaftlich für seine legendär gewordene Ausstellung "Brüste der Wahrheit", 1978, die den Mythos "Monte Verità" darstellt, ein. Seine Idee, auf dem Monte Verità ein Kulturzentrum von internationalem Rang zu errichten, wurde von der Tessiner Kantonsregierung verworfen - sie gab grünes Licht, den Monte Verità als Tagungsort der ETH-Wissenschaftler einzurichten, ohne Bezug zur Vergangenheit. Zumindest Szeemanns "Brüste der Wahrheit" ist im "Museo Casa Anatta" auf dem Monte integral erhalten und zugänglich. Szeemann war mit der Künstlerin Ingeborg Lüscher verheiratet. Auszug aus der Medienmitteilung, der Schweizerischen Bundesbahnen, SBB, vom 14. August 2008: „Taufe eines Intercity-Neigezuges ICN der SBB. Vertreter der Tessiner Regierung, des Filmfestivals Locarno und der SBB haben heute in Locarno einen Intercity-Neigezug ICN auf den Namen des weltbekannten Schweizer Ausstellungsmachers Harald Szeemann getauft. Ab dem Fahrplanwechsel im kommenden Dezember setzt die SBB im Verkehr mit dem Tessin erstmals ICN ein. Der im Februar 2005 verstorbene Schweizer Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher Harald Szeemann war dem Tessin eng verbunden und hatte zuletzt in Tegna im Centovalli gelebt. Der gebürtige Berner geniesst Weltruhm, den er sich 1972 mit der Gestaltung der legendären 5. «documenta» in Kassel erworben hatte. Später leitete Szeemann als Direktor die Sparte «Visuelle Kunst» der Biennale Venedig. Für die Expo.02 gestaltete Szeemann den Pavillon «Geld und Wert» in Biel.“