Ruggero Leoncavallo
Emil Szittya mit Johannes Nohl
Emil Szittya, Schriftsteller, Maler, Vagabund

1886-1964, geboren in Budapest, gestorben in Paris

Eigentlich Adolf Schenk. Führte das Leben eines Vagabunden in Wien, Berlin, Zürich und Prag. Lebte 1906-1907 in Ascona und auf dem Monte Verità. Freundschaft mit Johannes Nohl. Von dort ging's nach Paris, traf 1915 Lenin und Trotzki, 1916 Dadaismus im "Cabaret Voltaire" in Zürich, dann Ungarn, Berlin und ab 1926 Paris. Von 1940-1944 war er Mitglied der Résistance in Limoges und kehrte nach dem Krieg zurück nach Paris. Szyttia schilderte in seinen Werken die Begegnungen mit berühmten Zeitgenossen. Er befasste sich mit moderner Kunst, schrieb über Chagall, Picasso und war Mitherausgeber von Zeitschriften. Szittya schrieb in seinem 1923 erschienenen "Kuriositäten-Kabinett" über sich selbst: "Wenn man schon so nette zu mir ist und meinen Ruhm so liebreich webt (Klabund hat mich in seinem Marietta-Buch sogar sterben lassen), will ich den Menschen meine Dankbarkeit dadurch beweisen, dass ich ihnen etwas über mein Liebesleben mitteile. Ich habe fast in jedem Lande irgendeine Geliebte. Eine Liste anzufertigen, wäre eine zu grosse Arbeit. Ich habe sehr schöne Augen, die manchmal sehr grausam wirken können, und meine Stimme hat, (wenn ich es will) etwas so dämonenhaft Süssliches, dass es die schönste Frau in meinen Bann zieht." In diesem "Kuriositäten-Kabinett" lässt er sich über alle Protagonisten auf dem Monte Verità aus, den Kreis um Henri Oedenkoven, die Anarchisten Friedeberg und Brupbacher und so weiter.