Ruggero Leoncavallo
Ernst Toller, Schriftsteller

1883-1939, geboren in Samotschin, Polen, gestorben in New York

Sohn einer Krämerfamilie. Teilnahme am Ersten Weltkrieg, er kämpfte ein Jahr an der Verdun-Front. 1916 erlitt er einen psychischen und physischen Zusammenbruch, 1917 „k.v“ geschrieben (kriegsverwendungsunfähig). Studium der Jurisprudenz und Philosophie in München. War führendes Mitglied der "Münchner Räterrepublik" und erhielt dafür fünf Jahre Festungshaft (1920-1924). Jakob Flach schrieb: „Ernst Toller kam etwas zerrüttet und zersaust aus der Festungshaft, wo man ihn für seinen unzeitgemässen Freiheitskampf hatte büssen lassen; doch das Ergebnis dieses Freiheitsentzuges war nur um so grösserer Freiheitsdurst und Freiheitstrieb. Er schrieb hier sein Schwalbenbuch ins Reine, das in der Zelle entstanden war, und wollte dazu allein sein, unkontrolliert und ohne Menschen. Ich richtete ihm ein Haus ein, zimmerte ihm einen Schreibtisch, ein Bücherregal, lehrte ihn Tee kochen und Spiegeleier backen - aber er hielt es nicht aus zwischen Mauern, die Fenster beobachteten ihn, die geschlossene Tür bedrohte ihn, er stürzte ins Freie; seine Gier zur Ungebundenheit nach dem beklemmenden Gefangensein trieb ihn so weit, dass er alle Kleider von sich warf und als intellektueller Buschneger durch den Wald eilte, dass er trotz Ameisen und Angst vor Schlangen unter den Lärchen hinter meinem Haus nächtigte." Aus Bayern ausgewiesen, zog er nach Berlin. 1933 wurden seine Bücher verbrannt. Es folgte die  Ausbürgerung aus Deutschland. Während seines anschliessenden Aufenthalts in der Schweiz hielt er sich bei Erich Maria Remarque in Porto Ronco, den Rosenbaums in Comologno und auf dem Monte Verità auf. Emigrierte 1934 über London in die USA, wo er auf Gustav Regler traf. Toller nahm sich in New York das Leben, er erhängte sich im Mayflower-Hotel. www.neusob.de/toller