Ruggero Leoncavallo
Arturo Toscanini, Dirigent

1867-1957, geboren in Parma, gestorben in New York

Sohn einer Schneiderfamilie. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Mit acht Jahren wurde er Schüler in der Königlichen Musikakademie in Parma. Der "Kleine", er war als Erwachsener 160 cm gross, wurde von den Mitschülern als Streber und gleichzeitig als Genie bezeichnet. Mit 13 Jahren begannen seine ersten Orchestereinsätze als Cellist, er finanzierte damit seine weitere Ausbildung. 1884 probte er zum ersten Mal eine Wagner-Oper, den "Lohengrin": "Von der ersten Probe, ja, von den ersten Takten der Ouvertüre an, stand ich unter magischen Gefühlen; die überirdischen Harmonien enthüllten mir eine neue Welt, von deren Existenz niemand etwas geahnt hatte, bis Wagners übersinnliches Empfinden sie entdeckte." 1886 fiel während einer Konzertreise in Rio de Janeiro unmittelbar vor der Aufführung überraschend der Dirigent einer "Aida"-Aufführung aus, das Ensemble drängte Toscanini, den Stab zu übernehmen. Das war der Beginn einer aussergewöhnlichen Karriere. Konzertreisen durch ganz Italien. 1895 Anstellung in Turin. Erster Erfolg mit Puccinis "Bohème". 1898 Wechsel an die Scala nach Mailand als musikalischer Leiter. Amerikaaufenthalt. "Stardirigent" in Paris, Wien, Stockholm, Tel Aviv und an der Metropolitan Opera in New York. Leiter des NBC Symphony Orchestra, der New Yorker Philharmoniker. Festspieldirigent an den Bayreuther (als erster Nicht-Deutscher) und Salzburger Festspielen. Unter ihm debütierte Enrico Caruso 1900 an der Scala in Mailand und 1902 an der Metropolitan Opera in New York. Aus Protest gegen den Faschismus in Deutschland und Italien sagte er 1937 sein Salzburger Engagement ab. 1938 amerikanische Staatsbürgerschaft. Im selben Jahr unterstütze er die Gründung der Luzerner Festspiele, Gastdirigent in der Schweiz. Die Kriegszeit verbrachte er in den USA, wo er unter anderem seinen Freund und Berufskollegen Bruno Walter unterstützte. Durch Heirat seiner Tochter Wanda wurde Toscanini Schwiegervater des Klaviervirtuosen Vladimir Horowitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg dirigierte er an der Mailänder Scala das Eröffnungskonzert. Toscanini besass eine Sommerresidenz auf der "Isola di San Giovanni" bei  Verbania. Von dort aus pflegte er Kontakte zu Ruggero Leoncavallo in Brissago, er verkehrte im Grand Hotel Brissago. www.toscaninionline.com