Berthe Trümpy, Tänzerin und Tanzpädagogin

1895-1983, geboren in Zürich

Tochter eines wohlhabenden Glarner Industriellen. Sie war eine frühe Wigman-Schülerin auf dem Monte Verità. In einem Brief schrieb Friedrich Glauser 1919: "Mittwoch abends, oder Donnerstag, hatten wir grosse Versammlung im Café Central. Die Verefkina, Yawlensky, die Wiegmann, Trümpi, Wulff etc. Bis halb zwei dauerte die Freude, mit Cabaret etc. Die Werefkina ist nun auch fort und wir sind allein ohne einsam zu sein. Besonders Bruno erträgt es nicht nur mit sich selbst zu verkehren. Ich verteidige meine Einsamkeit." Trümpy folgte ihrer Lehrerin, als diese um 1920 aus der Schweiz ausreisen musste, nach Dresden. Dort kaufte Trümpy eine Liegenschaft, in der die Wigman ihre erste Tanzschule eröffnete und sie selbst ihre Assistentin wurde. 1924 eröffnete Trümpy in Berlin ihre eigene Tanzschule und entwickelte in Deutschland vielfältige Aktivitäten rund um den "Zukunftstanz". 1939 studierte sie an der Universität Perugia Sprachen, machte zu dieser Zeit Bekanntschaft mit Papst Pius XXII und konvertierte zum katholischen Glauben. 1941 kehrte sie in die Schweiz zurück, arbeitete im Glarnerland als Turnlehrerin und an einem Physiotherapie-Projekt der Universität Zürich. Mit ihrem Adoptivsohn zog sie 1953 nach Brione,  begann Merlot anzubauen und eröffnete "Los Gatos" - ein Restaurant. Nach einem Sturz vom Balkon 1979 musste sie die letzten fünf Jahre ihres Lebens unglücklich in einer Klinik in Orselina verbringen.