Ruggero Leoncavallo
Jan Tschichold, Kalligraf, Typograf und Autor

1902-1974, geboren in Leipzig, gestorben in Locarno

Eigentlich Johannes Tzschichhold. Sohn eines Schriftenmalers. Studium der Schriften an der "Leipziger Akademie der Künste", wo er aufgrund seiner Begabung rasch zum Meisterschüler wurde. Aufgrund der Aufträge für die "Leipziger Messe" konnte er sich 1923 als typografischer Berater einer Druckerei selbständig machen. Inspiriert von einem Besuch im Bauhaus wandet er sich der "Neuen Typografie" zu. Er entwarf mehrere neue Schriften, war als freier Grafiker und als Dozent tätig. Mit der Machtergreifung durch die Nazis 1933 verschwand die "Neue Typografie" schlagartig - Tschichold emigrierte in die Schweiz, nach Basel, und konzentrierte sich auf die Grundsätze der konservativen Typografie. Er wohnte an der Steinenvorstadt 9 und arbeitete als Typographischer Gestalter für den Benno Schwabe-Verlag. 1946-1949 übte er in London die Funktion des "Art Director" bei einem Buchverlag aus. Zurück in der Schweiz war er für einen Chemiekonzern tätig und verfasste  Standardwerke zur modernen Typografie. Jan Tschichold war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Typografen und Grafikdesigner des 20. Jahrhunderts. Seinen Lebensabend verbrachte er in Berzona, wo er auch begraben ist.