Ruggero Leoncavallo
Vincenzo Vela, Bildhauer und Freiheitskämpfer

1820-1891, geboren und gestorben in Ligornetto

Jüngster Sohn einer Kleinbauernfamile, die Mutter betrieb eine Osteria. Er begann mit neun Jahren in den Steinbrüchen von Besazio seine Ausbildung zum Steinhauer. Aufgrund seines Talents wurde er in Viaggiù, später in Mailand, zum Dekorationsbildhauer ausgebildet. Ab 1835 gewann er verschiedene Preise. Er begann seinen "Verismo" zu prägen, eine Kunst auf den Grundlagen der Schönheit und Naturwahrheit (il bello e il vero). 1844 eröffnete er in Mailand sein eigenes Atelier. 1847 nahm er als überzeugter Republikaner mit den Truppen von General Henri Dufour am Sonderbundskrieg teil. 1848 nahm er als Freiwilliger am italienischen Befreiungskampf teil. Diese Engagements brachten ihm den Mythos des revolutionären Künstlers ein. In der Folge schuf er grossartige Werke, zum Teil mit hohem politischen Symbolgehalt und wurde in aller Welt bekannt. 1852 flüchtete er aus dem österreichischen Mailand und lebte bis 1866 im unabhängigen Turin, wo er die Königliche Kunstakademie leitete. Auf der Höhe seines Ruhms zog er 1867, mit 47 Jahren, wieder ins Mendrisiotto. In Ligornetto bezog er seine neu gebaute Sommerresidenz mit Atelier, wo er bis zu seinem Tod lebte und wirkte und dabei immer mehr die heroischen und sozialen Werte des menschlichen Handelns in den Mittelpunkt stellte. 1867 öffnete er sein Haus für die interessierte Öffentlichkeit. 1877 wurde er als erklärter Gegner des Klerus als Radikaler in den Grossen Rat des Kantons Tessin gewählt (Abwahl 1881). 1890 nahm er, mit Karabiner und roter Feder am Hut, an der Revolution in Lugano teil. Zum Freundeskreis von Vela gehörten die Chiesa aus Sagno. Eines seiner Werke, mit dem er den beim Bau des Gotthardbahntunnels Verunglückten gedachte, ist beim Bahnhof in Airolo zu sehen. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Ligornetto. Velas Sohn Spartacos vermachte die Sammlung seines Vaters 1892 der Eidgenossenschaft. Seit 1898 wird in seiner Villa das "Museo Vela" betrieben. www.museo-vela.ch