Ruggero Leoncavallo
Heinrich Vogeler, Maler, Schriftsteller, Architekt, Pädaoge, Politiker

1872-1942, geboren in Bremen, gestorben in Kornejewka, Kasachstan

Sohn einer Kaufmannsfamilie. Kunststudium in Düsseldorf und Paris. Tätigkeit als freischaffender Maler.  Vogeler liess sich 1893 in Worpswede nieder, wo er den "Barkenhoff" zu einer Stätte geistig-künstlerischer Begegnung ausbaute. 1901 Ehe mit Martha Schröder, mit der er drei Mädchen hatte.; die erste Tochter Marie-Luise wurde später Gustav Reglers Frau. Scheidung von Martha Schröder 1926. Verschiedene Reisen. 1908 Gründung der Worpsweder Werkstätten, innenarchitektonische Tätigkeiten. Im Lauf der Zeit kamen viele Künstler und Kommunarden nach Worpswede, darunter Charlotte Bara, 1918 malte er ein Portrait von ihr, Fritz Jordi und Rainer Maria Rilke. Im Ersten Weltkrieg freiwilliger Einsatz als Nachrichtenoffizier an der Ostfront. Nach dem Krieg Publikation politischer - kommunistischer - und pädagogischer Ideen. 1923 Geburt eines Sohnes von seiner späteren Ehefrau  Zofia Marchlewska (Heirat 1926, Scheidung 1941). Von 1924 bis 1928 lebte Vogeler abwechslungsweise in Berlin, Moskau und Worpswede. 1928 und 1929 Aufenthalt bei Fritz Jordi in Fontana Martina. Im Sommer 1929 kam es zu "einem peinlichen Wiedersehen alter Freunde", als Vogeler in Ascona auf Carl Weidemeyer traf. Weidemeyer, wie Vogeler in Bremen geboren, hatte sich 1905 als Maler und Architekt in Worpswede niedergalassen. Von diesem Zusammentreffen in Ascona ist überliefert, dass Weidemeyer sich über Vogeler ärgerte, weil dieser ihn "auf proletarische Art und Weise überreden wollte, sich am Aufbau von Jordis Siedlung in Fontana Martina zu beteiligen". Von 1931 bis 1932 trat Vogeler, er lebte damals bereits in Moskau, gemeinsam mit Jordi als Herausgeber der "Halbmonatsschrift Fontana Martina" auf. Ab 1933 antifaschistische Arbeiten. Vogeler hielt sich abwechselnd in verschiedenen russischen Provinzen und in Taschkent, Oedssa und Moskau auf. In Russland malte er Skizzen des ebenfalls dorthin emigrierten Schriftstellers Theodor Plivier. Kurz nach seiner Einzelausstellung in Moskau wurde er nach dem Einfall von Nazideutschland in Russland nach Kasachstan evakuiert. Krankheit, materielle Not, Tod im Krankenhaus der Kolchose Budjonny, Poststation Kornejewka, Bezirk Woroschilow, Gebiet Karaganda, Kasachische SSR. Dort ist auch sein Grab. www.heinrich-vogeler-gesellschaft.de