Lilly Volkart
Peter Voltz, Maler

Aus dem „Ferien-Journal“ Nr. 73/3, vom 14. Juni 1963, Künstler im Tessin, Peter Voltz, von Jeremias: „War es Zufall, dass Peter Voltz und seine Frau 1934 in S. Abbondio ob Ranzo am Lgo Maggiore landeten? S. Abbondio war damals noch ein völlig unbekanntes Nest. Der Schalterbeante am Bahnhof Enge behauptete steif und fest, es liege in Italien. Es war ein wildes Stück Erde, steil und steinig, das Peter Voltz erwarb. – Der Kauf erfolgte, wie es seit Jahrhunderten üblich war, durch Handschlag. Schon am nächsten Tag fing er mit einem Freund und zwei Handlangern an zu bauen, und noch vor der Regenzeit brachte er das Haus unter Dach. Bald dreissig Jahre lebt und arbeitet er nun auf diesem wunderschönen Flecken, weg vom Lärm, inmitten seiner Palmen und mit dem Blick hinüber nach Ascona und hinunter bis nach Italien. Man spürt es seiner Kunst an, dass sie aus einer grossen Ruhe und inneren Harmonie kommt, deren Grund freilich nicht nur die Landschaft ist.
Die Auseinandersetzung mit der christlichen und östlichen Religion muss da ebenfalls als Quelle der Inspiration und als Ursache der Übereinstimmung von Leben und Werk gesehen werden. Meyer-Amden, der Stille, Hintergründige, war sein Lehrer. Ihm bewahrt Peter Voltz grösste Anhänglichkeit und Dankbarkeit. Sein Beispiel mag, mindestens unbewusst, mitgewirkt haben, dass auch Peter Voltz in jungen Jahren sich entschloss, sein Dasein auf geistige und materielle Grundlagen zu stellen, die mit seinem Gewissen nicht in Widerspruch gerieten. Der künstlerische Ertrag dieses Entschlusses ist beglückend. Des Künstlers handgemalte Schränke und Ruhen und vor allem seine bemalten Kerzen sind Kostbarkeiten, die nicht nur durch Farbe und unbegrenzte Phantasie der Ornamente entzücken, sondern eben noch jenes Unsagbare ausstrahlen, das wohl nur der dem Material mitzuteilen vermag, der aus eigenem, innerem Reichtum schöpfen kann.
So müssen namenlose Ikonen- und Glasmaler empfunden haben, als sie in den Kirchen jene Kunstwerke schufen, die dem Trostsuchenden Geborgenheit und Glückseligkeit vermitteln. Die Bilder von Peter Voltz sind in noch ausgesprochenerem Masse Sinnbilder seiner Gedankenwelt. Titel, wie „Bedrängnis“, „Erwartung“, „Illusion“, „Glasstadt“, „Pellegrino“, „Traum in Gold“, „Edler Denker“, „Jina“ (Sieger) mögen nur einen Hinweis auf die Themenwelt geben. Ihre Symbolsprache ist nicht jedermann zugänglich, aber ihrer Farbigkeit und der Schönheit und Vielfalt der Formen wird sich auch der nicht entziehen können, dem die Philosophie des Künstlers fremd ist.“