Park im Herbst, 1927
Anna Iduna Zehnder, Ärztin und Malerin

1877-1955, geboren in Birmensdorf AG, gestorben in Ascona

Anna Iduna Zehnder wuchs auf dem Landgut ihrer Eltern und Grosseltern auf, die Eltern starben, als sie fünf Jahre alt war an Tuberkulose. Sie besuchte die Bezirksschule und das Lehrerinnenseminar in Aarau, absolvierte die Matura in Zürich und schloss 1914, nach Unterbrüchen wegen eines Blutsturzes und Tuberkulose, im Alter von 36 Jahren als eine von wenigen Frauen an der Universität von Basel ihr Medizinstudium ab. Bald darauf folgte sie ihrem innigen Wunsch, Malerin zu werden und zog mit ihrer Lebensgefährtin Emmy Thunheer nach Ascona. Dort besuchte sie die Malschule des Arthur Segal. Als der einzige Arzt von Ascona schwer erkrankte, übernahm Anna Iduna Zehnder seine Praxis. Die Nähe zum avantgardistischen Umfeld auf dem Monte Verità führte Zehnder zur Anthroposophie, 1923 lernte sie Rudolf Steiner kennen. Mit der russischen Malerin Marianne von Werefkin verband sie eine enge Freundschaft. Zehnder verfasste einen Gedichtband für Kinder sowie einen Band mit Gedichten und Sprüchen, beide sind in den Internetantiquariaten zu finden.
"In ihrem Haus – auf einem Felsenhügel über dem Lago Maggiore liegend und von einem terrassenförmig aufsteigenden, von Anna Iduna geliebten und gepflegten Garten umgeben – empfangen die beiden Frauen die aus der ganzen Welt anreisenden Patienten. Der Empfangssalon soll – mit Originalgemälden der Ärztin, einem Flügel, einer grossen Bibliothek und einem wunderbaren Blick auf den Lago Maggiore – so künstlerisch-anregend gewesen sein, dass mancher Patient fast bedauert habe, wenn er zur Konsultation gerufen wurde." Christa Seiler, www.biographien.kulturimpuls.org.
Das Aargauer Kunsthaus zeigt vom 7. September bis 11. November 2013 die Ausstellung: Anna Iduna Zehnder – eine Aargauer Künstlerin in Ascona, www.aargauerkunsthaus.ch